Kreativer Kopf – Wie entstehen Geistesblitze?

Hallo Ihr Lieben!

Seid Ihr gerade im kompletten Weihnachtsstress oder geht Ihr das Ganze gemütlich an? Für mich kommt nach Weihnachten mit der großen Ruhe (keine Arbeit, alles erledigt) immer der Moment, an dem ich anfange neue Kreativ-Pläne zu schmieden. Passend dazu erzählt Isa vom Blog Welten-Bummeln heute, wie Ideen entstehen und gibt Tipps, wie Ihr auf neue Ideen kommt.

Kreativer Kopf – Wie entstehen Geistesblitze?
Kreativität ist eine Schlüsselkompetenz in der derzeitigen Arbeitswelt. Aber nicht nur im Beruf, auch in der Freizeit sind kreative Einfälle gefragt. Egal ob beim Musizieren, beim Kochen, beim Handwerken, Zeichnen oder beim Lösen eines Problems – überall werden kreative Kompetenzen benötigt. Aber wie entstehen eigentlich neue Ideen? Zeichnen sich kreative Menschen durch einen ganz bestimmten Charaktertypus aus? Gibt es Möglichkeiten, um die Ideenfindung zu beeinflussen? Diese Fragen möchte ich im Rahmen dieses Blogartikels beantworten.

1. Wie entstehen eigentlich neue Ideen?
Ganz geklärt ist diese Frage leider noch nicht, die Wissenschaft tappt hier noch im Halbdunkeln. Es gibt kein eindeutiges „Kreativitäts-Areal“ im Gehirn. Stattdessen sind bei kreativen Vorgängen mehrere Areale gleichzeitig aktiviert. Bei jedem neuen Einfall bilden sich neue Verbindungen zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte. Das Neurotransmitter Dopamin ist zuständig für Neugierde und Phantasie. Glücksempfinden und Freude lassen den Dopaminspiegel steigen. Bei einem hohen Dopaminspiegel entstehen mehr Verbindungsprozesse im Gehirn, wir sind kreativ und schöpferisch. Aus Freude an den guten Einfällen, steigt der Dopaminspiegel weiter. Somit gelangt man in einen Art kreativen Flow, ein Geistesblitz folgt dem anderen. Um die Dopaminausschüttung zu fördern, sollten wir uns also gut fühlen. Nur leider ist der Arbeitsplatz am Schreibtisch nicht unbedingt die Umgebung, die Glücksgefühle in uns hervorruft. Um seine eigene Kreativität zu fördern, reicht oftmals ein einfacher Umgebungs- oder Aktivitätswechsel. Tipps und Anregungen dazu folgen bei der Beantwortung der Fragestellung: „Gibt es Möglichkeiten, um die Ideenfindung zu beeinflussen?“

2. Zeichnen sich kreative Menschen durch einen ganz bestimmten Charaktertypus aus?
Ja und Nein. Kreative Menschen zeichnen sich häufig durch widersprüchliche Charaktereigenschaften aus. Sie sind häufig selbstbewusst und extrovertiert, in manchen Situationen aber auch sehr zartbesaitet, sensibel und introvertiert. Wenn es um die Ausführung einer Idee geht können sie sehr diszipliniert und beharrlich sein, ein anderes Mal eher verspielt und sprunghaft. Sie können die Realität sehr klar und kritisch betrachten, aber auch verklärt in ihrer Phantasiewelt versinken. Viele kreative Menschen besitzen einen hohen IQ, der dieses Querdenken in eine komplett andere Richtung möglich macht. Sehr intelligente Menschen denken aber meist eher linear, sie lösen Probleme durch schlussfolgerndes („konvergentes“) Denken. Um kreative Prozesse zu ermöglichen, ist aber „divergentes“ Denken notwendig. Beim divergenten Denken wird ein Problem über neue Strategien gelöst. Kreativ sein kann im Grunde jeder, dazu benötigt es keine spezielle, komplexe Persönlichkeit. Jeder ist dazu in der Lage, neue Ideen zu entwickeln. Dabei kommt es nicht darauf an, dass diese Idee sinnvoll oder erfolgreich ist. Sondern rein um die Tatsache, etwas Neues gedacht bzw. gestaltet zu haben.

3. Gibt es Möglichkeiten, um die Ideenfindung zu beeinflussen?
Ja die gibt es. Sie sind auch bekannt als „Kreativtechniken“. Eines vorweg: Wissen ist die Basis für kreative Prozesse. Die tollste „Kreativtechnik“ nützt nichts, wenn kein Vorwissen besteht. Deshalb sind die so oft praktizierten Brainstormings auch häufig ziemlich umsonst. Besteht unter den Teilnehmern kein Vorwissen, können auch keine neuen Assoziationen und Verknüpfungen gebildet werden. Kreativität braucht auch Motivation. Um kreative Einfälle zu haben, muss man sich mit einer Thematik gerne auseinandersetzen. Wer einer bestimmten Tätigkeit oder Aufgabe mit Abneigung entgegentritt, hat innerlich eine Blockade. Durch den Einsatz von Kreativtechniken kann man jedoch den idealen Rahmen für kreative Ideen schaffen. Es gibt sehr viele Kreativtechniken, einige davon sind hier gelistet. Ich möchte euch gerne meine ganz persönlichen „Ideen-Pusher“ vorstellen:

  • Orts- bzw. Positionswechsel. Manchmal hilft es mir einfach, mich vom Schreibtisch wegzubewegen und aus dem Fenster zu schauen. Oder mir aus der Küche ein Stück Schokolade und Kaffee zu holen. Unglaublich, was so eine kurze Pause bewirken kann! Wenn ich meine Leistungsgrenzen erreicht habe und ich nur mehr im Hamsterrad renne, hilft mir ein Ortswechsel im Sinne eines Kurztrips. Das bedeutet für mich wieder ein vollkommener Tapetenwechsel und neue Energie. 
  • Bewegung: Spazieren gehen an der frischen Luft, Rad fahren, Schwimmen – sobald ich die sitzende Position verlassen habe, sind meine Gedanken wieder im Fluss. Auch Studien belegen den positiven Effekt von Bewegung, um kreative Einfälle zu evozieren.
  • Hausarbeit: Manchmal freue ich mich sogar über schmutziges Geschirr: Nämlich dann, wenn mir so gar nichts einfallen will! Die eintönige, routinierte Arbeit hilft mir, zu Ideen zu kommen. 
  • Gute Zeiteinteilung um Stress und Zeitdruck zu vermeiden. Denn Zeitmangel ist ein absoluter Kreativitätskiller – da macht in mir plötzlich alles dicht. - Etwas machen, das mir Spaß macht und mich ablenkt. Denn wie schon erwähnt, führt Spaß und Freude zu einem hohen Dopaminspiegel – dem Kreativitäts-Booster schlechthin. ;)

Nur Mut zum Ausprobieren, zum Unperfekt-Sein, zu Tagträumereien – genau das ist der Schlüssel zu Kreativität!

Verfasst von Isa, Reisebloggerin, Genießerin und Weltenbummlerin

Kommentare:

  1. Hallo liebe Kerstin, ein spannendes Thema hast du aufgegriffen. Für mich als kreativen Menschen war es anfangs schwer vorstellbar, das es schwierig sein soll Ideen zu haben, wo es mir doch so natürlich erschien ;-) Später gab ich dann viele Kurse, dabei fiel mir immer wieder auf das Teilnehmer, die von sich schon vorneweg betonten, "sie seinen nicht kreativ", nicht unbedingt weniger Ideen hatten, sie vertrauten ihnen nur nicht.
    Zudem stellten sie oft hohe leistungsanforderungen an sich selber. Nicht selten habe ich Sätze wie "nun wo ich schon einen Kurs besuche muss ich etwas Vorzeigbares nach Hause bringen" gehört.
    Ich glaube zudem das die Begriffe Handwerkskunst und Kreativität häufig verwechselt werden.

    Wenn ich die länge meines Kommentars ansehe, dann sollte ich wohl am Besten selbst einen Artikel dazu verfassen :-D

    Ich wünsche Dir einen schönen Jahreswechsel! Liebe Grüße Tutti

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    1. Hallo Tutti,

      Über Deinen Kommentar habe ich lange nachgedacht :-) Tatsächlich gehöre ich auch zu den Menschen, die an ihre Ideen und DIY-Ergebnisse hohe Erwartungen haben. Das blockiert bestimmt häufig die Kreativität. Wenn mein Kuchen nicht so gut aussieht, überlege ich, ob ich den tatsächlich den Kollegen mitbringe. Auf Spanisch würde ich aber einfach sagen "Torta artesanal", was für mich soviel heißt wie handgemacht, aber auch künstlerisch. Ob mein Anspruch jetzt ein anderer ist, wenn ich auf Spanisch arbeite, oder ob es an der anderen Sprache liegt?
      Dir auch ein tolles Jahr 2016!
      GLG Kerstin

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